Samstag, 25. April 2009

in was fuer einem land wollen wir leben?

gestern haben die tamilen hinter dem brandenburger tor demonstriert, ich hoerte die slogans schon hinter den abgeordnetenbueros. gut, wieder mal ne demo, hat man ja oefter hier. auf eine gewisse weise ziehen mich solche menschenauflaeufe an. einen haufen sixpacks hatten sie herangekarrt, in deren schutz sich gepanzerte polizeiriesen langweilten. den platz hatten sie umstellt mit ihren wagen, rot-weiß lackierte laufgatter errichtet und regelten den fußgaengerstrom an strategischen punkten: kein tamile kam da durch, einfache gesichtskontrolle anhand hautfarbe und kleidungsstil.

touristen, eilige geschaeftsleute, ueberdimensioniert urbane sonnenbrillen kaempften sich leicht pikiert am geschehen vorbei: ja, unser demonstrationsrecht gilt fuer ethnische minderheiten, aber doch bitte nicht an einem sonnenfreitagabend auf so einem knotenpunkt.

die polizisten rissen sich zusammen, neutrale miene zu ungeliebtem spiel, denn dieser pechschwarze haufen, der in der heimat unaufhoerlich attentaeter gebaert, die sorte schmeckte ihnen nicht, reckengruen und blond gestoppelt, zumal bei dem schoenen wetter in voller montur einsatz schieben. wir muessen es immer ausbaden, linken, rechten, tamilen das demonstrationsrecht sichern. wer fragt denn uns, was wir davon halten?

keine presse, kein oeffentliches interesse, keep it klein. man macht sich keine freunde, wenn man die brueder demonstrieren laesst.

im brandenburger tor stand ein polizeipaerchen, das tamilisch-staemmigen demonstrierenden den durchgang verwehrte und sie nach westen wies. dass es so eine bestimmung gibt, jeder demonstrierende duerfe jederzeit die veranstaltung in alle richtungen verlassen... das kann man unter sicherheitsaspekten einschraenken, glaube ich. nachher marschieren sie geschlossen von hinten durch die brust, verzeihung, das brandenburger tor und sind auf allen touristenfotos zu sehen?

ein bayerischer lokaltouristikverband mit dem namen oberniederirgendwas hatte eine busladung blaskapelle und trachtentraeger vor das adlon gekarrt, der PR wegen. Welch werbewirksamem spaziergang immer geschuldet, kam die kapelle bei den tamilen vorbei und spielte zwei froehliche maersche, all in latz and lederhose. das gab lautstarkes getanze und getoese unter den rabenschwarzen, ich haette gern ein paar polizeigesichter dazu angeschaut.

es klang wie der blanke hohn: wir demonstrieren auf euren straßen fuer unseren frieden, den eure staatschefs ueber chinas veto nicht in den sicherheitsrat tragen koennen. also spielen wir eure volksmusik zu den bildern unserer zerfetzten kinder.

von hinten betrachtete ich sehr lange das paerchen im mittelgang des brandenburger tors: er, huehne, blond und wenig worte. Sie, ein meter sechzig, zwanzigjaehriges bibiblockberg gesicht, langes pony, rotbrauner pferdeschwanz und den unvermeidlichen anflug von haerte in den zuegen, die noetig, wenn man leuten nach hautfarbe den durchgang verwehrt. ihre koeperhaltung resolut, doch wohl war ihr nicht angesichts des unverstaendnisses in den schwarzkrausen gesichtern, die ihren protest in ein trauriges laecheln mit riesig weißen zahnleisten verwandelten und vor ihren abweisenden haenden kehrt machten. ein schoenes, liebes und unbedarftes maedchen an den fluegeltueren der sanften repression.

ich habe mich so geschaemt von der anderen seite aus, dass ich heulen musste.

einen bezirk weiter schlecken die leute ihr eis im parkcafé und ich aergere mich darueber, dass ich mein fahrradschloss verloren habe, waehrend mein hinterkopf die straßen nach der frau fuers leben scannt. das ist berlin, eindruecke zaehlen hier nicht laenger als bis zur naechsten ecke, und die wenigsten erinnern sich abends noch an sie, wenn sie durch die bars und kneipen ziehen. haette ich nicht gerade ne kurzgeschichte gelesen, ich waere nie darauf gekommen, diesen eindruck aufzuschreiben:

da waren tamilen, die wollten frieden fuer sri lanka fordern, und wir haben ein gehege drumgelegt, bis sie sich heiser geschrien hatten, muede wurden und nach hause gingen, richtung siegessaeule, in die busse und zurueck in die loecher, aus denen sie gekrochen kamen.

scheißname

dick van dyke

Mittwoch, 22. April 2009

aaarghhh

ich habe gerade mit der diplomarbeit angefangen. mehr als einen monat ueberfaellig. arbeit ist scheiße.

Mittwoch, 15. April 2009

dieser sommer...

...der ist schon so geil wo er noch nichtmal da ist, dass ich echt angst kriege, er ist aufgebraucht, bevor er im kalender steht... jippie! park, jonglieren, fahrrad heizen und alle nase frauen angaffen! bluetenduft und heuschnupfen und alle freunde wieder draußen auf den straßen!!! berlin lebt!

Montag, 13. April 2009

darf ich bitten?

heute ist es geschehen. ich hatte es nicht konkret geplant, es war mehr eine ahnung, die ich seit letztem november mit mir trug: eines tages wuede ich ihn sehen, waltz with bashir.

dass es nicht schoen werden wuerde oder unterhaltsam, dass sie hier dingen nachgingen, die man ungern betrachtet; dass sie in bilder kleiden wuerden, was gedanken nicht mehr zu greifen vermoegen und dass es nicht ohne blutvergießen abgehen wuerde, das wusste ich vorher.

niemals kam ich soweit zur ruhe, dass ich es abends in ein kino gebracht haette, um den film zu schauen. ich meine, das geht doch nicht, berliner hektik, zwei stunden voelkermord, und wieder raus in die ubahn, nach hause hetzen.

heute bei freunden, die dummes zeug redeten wider ihr besseres wissen, dass ihr zeug da nichts zu suchen hatte. auch ihr freundeskreis smalltalk fiel ihnen nicht sonderlich leicht nach dem film.

lebanese_street maid_red

clowns surrender

und wir haben festgestellt, dass wir keine ahnung hatten, dass so ein massaker jemals stattgefunden haette, und außer wikipedia hat das sonst so reiche internet an dieser stelle auch nicht viel zu bieten, worauf ich hier verlinken koennte. na ja, die seite hier geht, unter vorbehalten.

Sonntag, 12. April 2009

sympathisch

zu zeiten friedrich des zweiten wollten sie einen pfarrer absetzen, der nicht an die auferstehung glaubte. der koenig sollte den wisch formal unterschreiben, doch stattdessen kritzelte er auf den rand: soll weiterarbeiten und einfach liegenbleiben, wenns denn mal soweit ist.

Donnerstag, 9. April 2009

gevatter von und zu

ich habe gerade getraeumt wie mein vater stirbt. das passiert mir entschieden zu haeufig, wie mir todesahnungen usw eine entschieden viel zu große flaeche in meiner gedankenlandschaft einnehmen. tod beendet das leben, aber der hat da nicht staendig mittenzwischendrin hineinzupfuschen.

Mittwoch, 8. April 2009

tag der versehrten

rund um s, ubhf friedrichstraße habe ich heute binnen einer halben stunde die ueberdurchschnittlich hohe anzahl von 5 leuten mit kruecken gezaehlt, darunter eine geschaeftsfrau mit zerlegtem knie. jetzt sitzt ein geschienter unterarm hier in der stabi und ich frage mich, ob der sulz nicht seinem namen wieder alle ehre gemacht hat oder die die 3 goldenen regeln des wintersports nicht kannten:

1. skipass nicht verlieren
2. nicht verletzen
3. eincremen

Mittwoch, 25. März 2009

man-made mountain

kaliberg_werra

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