Freitag, 30. März 2012

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ich hatte was mit einer ziemlich jungen erstsemesterin, die sich auf der skifahrt zunehmend zu mir hingezogen fühlte. es ist das erste mal, dass es so leidenschaftlich und ohne den (in meinen beziehungen bisher fast obligatorischen) satz an schuldgefühlen funktionierte.

sie ist so eine art puma, kratzt, beißt und man braucht wirklich kraft mit ihr, ohne dass das zu einer art schlägerei ausarten wuerde. sie ist so ueberladen mit weiblichen reizen, dass ich mir eine gruppe (männlicher) kunststudenten vorstelle, die hemmungslos auf ihre leinwand sabbern, während sie modell steht.

sie hatte die gleiche lehrerin wie ich, und so ein bisschen fühle ich mich, als musste ich 8 jahre warten, bis ich ein schönes mädchen von meiner schule kennenlernen durfte, bis ich die leichtigkeit einer erstsemester liebe erleben kann. es ist ein erleichterndes gefühl aber weckt auch viel trauer über die jahre, die ich in der depression verbracht habe.

die therapie zeigt nun echt ergebnisse und ich finde heraus, dass ich einen sehr passablen liebhaber abgebe, wenn frau sich einigermaßen im klaren darueber ist, was sie will.

Montag, 5. März 2012

bienvenue à le havre!

hach ich will gar nicht viel schreiben, ich habe nur schon lange keinen film mehr mit soviel herz gesehen. herrliche farben (was muss das gedauert haben, das ganze set türkis zu streichen..), spröder humor und der geruch des nordens, den man selbst in frankreich kennt, so scheint es.. le havre. anschauen!

Freitag, 17. Februar 2012

Wulff Rücktritt

Hatte ich doch den richtigen Riecher! (s. vorletzten Beitrag)

Donnerstag, 19. Januar 2012

Sarah Burke ist tot.

Es gibt Dinge, die DÜRFEN nicht passieren. Ich bin fassungslos und sehr traurig.

Sonntag, 8. Januar 2012

Causa Wulff

Da beschwert er sich zu Recht: Hätte man ihn nicht zum nationalen Grüßaugust berufen, wäre die ganze Sache schön im niedersächsischen Moor steckengeblieben, die Beziehungen hätten gereicht, man hätte die Geschichte unter den Teppich gekehrt, einen drauf gekippt, unter Freunden. Dass es auf Bundesebene anders läuft als in der Lokalpresse: Man lernt eben ständig dazu.

Im Ernst: 500.000 Euro und ein paar Übernachtungen, selbst für einen politischen Eisberg ist das eine lächerlich kleine Spitze, zumal nur auf Kredit. 400 Salamifragen dazu, was für eine Farce. Warum fragt nichtmal jemand, ob Unternehmer Gehrkens Kontakte zu RWE herstellte, damit Wulffens Einstellung zur gesamtdeutschen Endlagersuche beeinflusst würde? Fiel nicht das beschauliche Gorleben in seinen Befugnisbereich?

Dann verstünde man auch, warum die CSU so beharrlich präsidiale Rückendeckung liefert (Seehofer: Man muss ihn so lange verteidigen, bis er eben nicht mehr tragbar ist!), und warum der günstige Bankkredit in Baden-Württemberg zustande kam. Die Süddeutschen betreiben schließlich die meisten Meiler, kassieren damit dicke Steuern und haben durchaus keine Lust, ihre Bergstollen mit abgereichertem Uran zu füllen. Dafür pflegt man schonmal gute Kontakte zu den Recken aus dem hohen Norden.

Wulff muss weg, nun gut, wenn die Küche stinkt, muss man in einer Ecke mit dem Putzen beginnen, und wer den Dreck nicht erträgt, sollte nicht Koch werden. Aber was ist mit den Gröhes, Mappussen, Seehofers und ihrer korrupten Brut? Die stolpern nicht über solche Anfängerfehler wie ihr Präsident. Jedes Kind weiß, dass Immobiliengeschenke über entfernte Verwandte laufen, wozu hat man die sonst?

Wulff bleibt ein Bauernopfer in Präsidentenrobe, wenn er denn geht. Dass er da gerechten Zorn empfindet, ist verständlich, in Niedersachsen braucht er auch nicht mehr kandidieren: Schlange Merkel hat ihn aufgeraucht für die christdemokratische Sache, und lässt ihm zum Abschied vollstes Vertrauen ausprechen. Ein angeschossener Wolf wird zurückgelassen, das sollte man wissen, wenn man mit dem Rudel zieht.

Montag, 19. Dezember 2011

Ach da bist du, du lange, kurze Zeit.

man denkt, man haette das hinter sich. man kleidet sich sauber, steht frueh auf, man grenzt sich ab von poebel und gesocks. und nur ein musikant in der bahn braucht das richtige lied zu singen, da nickt man wieder mit dem kopf zu den schweren molls, da zieht man die augen zusammen und singt leise mit: macht euch dochn bier auf, badadadam, und rauchtn bisschen gras. macht euch nen schoenen abend, euch goenn ich das..

Sonntag, 18. Dezember 2011

der schluessel und der herd

ich habe nun endlich auch verstanden, wieso manche leute immer panisch befuerchten, sie koennten den herd angelassen haben. mit dem vermeintlich vergessenen schluessel eine super kombination, wenn man die wohnungstuer ins schloss zieht.

aeußere sicherheit und innere kraft, und das gefuehl, beide nicht kontrollieren zu koennen.

Ich bin die stumme Leidenschaft,
Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,
Und krank an meiner eigen Kraft.

[Hermann Hesse]

Freitag, 16. Dezember 2011

Wir haben zu reden

über Christa Wolf, mit ihr, wenn man es genau nehmen will. Sie ist hinabgestiegen in das Reich des Todes und hat ihre Bücher hiergelassen, in denen sie diesen Gang bereits zu Lebzeiten aufs schmerzvollste ausgeleuchtet hat.

Kinderknochen liegen dort unten, das hatte sie in dieser Schrecklichkeit nicht erwartet, und doch gespürt: Was im Verborgenen liegt, drängt dumpf und mahnend an unser Bewusstsein. Auch andernorts gräbt man Leichen aus, es scheint, als müssten sie erst ruhen wie ein Teig, bis man ihnen gegenüber Rechenschaft ablegt.

Wie lange muss man warten, ein Jahr, ein Jahrzehnt, bis die Täter entkommen, debil, nicht mehr straffähig sind? Bald dreitausend Jahre vergingen, bis sich eine ein Herz fasste und mit Medea hinunterstieg. Zuvor musste Christa Wolf selbst am Pranger stehen für ihren Willen, ihre Kraft und Menschenliebe, musste sich zerfleischen lassen von Wölfen, die wussten: Sie hat ein Volk auf die Freiheit eingeschworen, sie wird es aufbegehren lassen, und: Fort mit ihr!

Wie das so ist, man lässt einen verstummen, und zehn Stimmen erwachen, die bis heute geschwiegen haben. Medea. Stimmen. Liest das einer, versteht man das? Nun, Deutschland leckt sich die Wunden, und kaum einer ist bereit, hinabzusteigen in die alten Folterkeller, in denen knietief die Fäulnis steht. Sie vergiftet die Brunnen, frisst die Kinder, ein Täterstaat*. Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, habe ich gelesen, und verstehe, warum eigentlich keiner so richtig an der Bibelübersetzung interessiert war.

Hinuntersteigen in die Wiege unseres Kulturkreises, und dort Kinderknochen finden. Schreiend, zur Furie werdend, fluchend auf den König und den fauligen Staat, aus der Stadt rasen, stolpern, ihren Untergang beschwören. Wut, Wut, Wut auf diese dummen, feigen, selbstgerechten, kleinmütigen, sich selbst überhöhenden Kreaturen. Unbändiger Zorn, und das Wahren der eigenen Würde.

Ist das nötig gewesen, Medea, Frau Wolf, hätte man sich den Ärger nicht sparen können und einen trinken gehen, unten an der Hotelbar? An der Oberfläche wartet das leichte Leben, man kann seine Tage auch tanzend am Strand verbringen, warum immer wieder hinuntersteigen? - Nun, verehrtester, sie spüren es vielleicht noch nicht, doch ich sage ihnen: Es drängt.

Schwestern, ein Schutzengelgeschwader habe sie sich in der Kassandra und Medea geschaffen, die ihr nun im Totenreich zu den Seiten stehen: Christa Wolf wird mit den Augen zwinkern und lachen, Mädels, das ist nett von euch, aber ich kann für mich selbst sprechen, und im Übrigen, geht es den Kindern gut?



* Seit heute spüre ich, dass mein Großvater väterlicherseits, Feldarzt der Wehrmacht, an Kriegsverbrechen beteiligt war, wahrscheinlich gegen französische Juden. Denn stimmte es, dass er den Krieg hindurch seine Humanität wahrte, wie die Familie beteuern will: Seine kalte Grausamkeit, sein reiner Sadismus wären nicht erklärbar, die durch meinen Vater auf mich niedergegangen sind, und an denen ich massiv psychisch erkrankt bin. Ich jedoch beginne, hinabzusteigen. Ich werde kein Täter mehr.

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