Samstag, 8. August 2009

zur sache

> in einer reichen gesellschaft muessen die leute nicht mehr mit den haenden arbeiten und widmen sich geistigen taetigkeiten. es gibt immer mehr universitaeten und immer mehr studenten. damit diese studenten ihr studium abschließen koennen, muessen themen fuer diplomarbeiten gefunden werden. es gibt unendlich viele themen, weil man ueber alles und nichts in der welt abhandlungen schreiben kann. berge von beschriebenen blaettern sammeln sich in den archiven, die trauriger sind als friedhoefe, weil man sie nicht einmal an allerseelen betritt. die kultur geht unter in der menge, in buchstabenlawinen, im wahnwitz der masse. darum sage ich dir immer: ein einziges verbotenes buch in deiner heimat bedeutet unendlich viel mehr als die milliarden von woertern, die an unseren universitaeten ausgespuckt werden. <

m. kundera, die unertraegliche leichtigkeit des seins

schuldentochter

die mutter erklaerte teresa unablaessig, das mutter sein bedeutete, alles zu opfern. ihre worte klangen ueberzeugend, zumal sie die erfahrung einer frau zum ausdruck brachten, die ihres kindes wegen alles verloren hatte. teresa hoerte zu und glaubte, dass der hoechste wert im leben die mutterschaft und dass mutterschaft ein großes opfer sei. wenn die mutterschaft aber ein >opfer< ist, dann ist das schicksal einer tochter eine >schuld<, die niemals wiedergutzumachen ist.

m. kundera, die unertraegliche leichtigkeit des seins

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