Sonntag, 7. Februar 2010

was schreiben,

nein, bleiben sie bitte jetzt, ja, genau, so stellen wir uns das vor. sie ahnen es nicht, sie sollen es auch nicht ahnen, lehnen sie sich zurueck, genießen sie - im grunde, wenn sie moegen, oder im grund.

wir, wer genau im uebrigen, sei dahingestellt, wir jedenfalls tragen die volle verantwortung, voller ueberraschungen, haben wir die taschen voll, die hosen meinethalben, sie schmunzeln, meine sehr verehrten - aber es ist so, so ist es und so wars, heut wie immerdar.

da kommen die zweifler, die zweifler kommen noch immer puenktlich wie ein schweizer fernverkehrszentrum, man koennte die uhr nach ihnen stellen und sie in eben jenen fernverkehrszentren aufhaengen, nach denen sie kommen.

so puenktlich sie kommen, so gehen sie auch. sie ahnen noch immer nicht - und das ist auch gut so - was sie da verpassen. wo, werden sie berechtigterweise fragen, und wir werden sie auf ein andermal vertroesten, vielleicht, wenn im land der fruehaufsteher die haehne vor den bettpfosten ihrer bereits erstandenen herrschaft zu kreuze kriechen.

bis dahin kraechzen wir ihnen unser leid, lied, verzeihung, wie kommt nur dieser dreier, dreher da hinein, muessen entschuldigen, halten zu gnaden oder auch nicht.

wir jedenfalls haben nichts mehr zu sagen, geschweige denn zu sagen gehabt. geschrieben haben wir trotzdem, denn dafuer muss man laengst nichts zu sagen haben.

Freitag, 5. Februar 2010

scheißsatz

By offering communication and cooperation with its members the interactions between generations is going to be enhanced.

Dienstag, 19. Januar 2010

innere uhr

und die nachbarn haben wieder sex. puenktlich um elf.

warten auf das wochenende, warten auf die sommerwende

als gaebs kein morgen, als gaebs kein

lin wartet. nicht im thai roadmovie style an einer bushaltestelle im reisfeld, wo tagelang nichs passiert. er wartet auf den tag seiner scheidung.

seine eltern haben ihn mit shuyu verheiratet, zu seinem unglueck. seitdem versucht er, sie zur scheidung zu ueberreden - ohne erfolg: in china durfte man sich erst nach achtzehn jahren nachweislich getrennten lebens scheiden lassen, damals.

lin ist arzt, er lebt in der stadt. dort wagt er es nicht, sich seiner geliebten manna ueber ein kollegiales verhaeltnis hinaus zu naehern. achtzehn jahre lang.

heute ist lin alt, so matt, dass selbst shuyu, die ewig alte, ihm juenger erscheint. ihre abgebundenen fueße, ihr einfaches gemuet - was stoeren sie ihn, wenn sie fuer ihn da ist im alter.

welch eigentuemliche wege die liebe geht. hier wird gelitten, enthalten, geschuftet und heimlich geliebt, hier wird das kleine glueck gepriesen, auf die befoerderung gewartet, hier zaehlen beziehungen, die gute miene zum schlechten spiel, und geld, das liebe geld, bestimmt mehr und mehr das zwischenmenschliche.

china wandelt sich unter der kommunistischen kaeseglocke: noch vor achtzehn jahren haetten sie die paerchen außerhalb des krankenhausgelaendes verraten und angezeigt - heute interessiert sich kaum noch einer dafuer, wen man zusammen sieht.

warum hat lin so lange gewartet? weil es ihm nie in den sinn kam, etwas verbotenes zu tun.

Montag, 18. Januar 2010

soso

"wundert sie das? nach unserer erfahrung sind neunzig bis fuenfundneunzig prozent aller beziehungen neurotische kompensation. was meinen sie denn, warum wir arbeit haben: die leute geraten in rollen, die ihnen nicht passen, dann knallts und sie wissen nicht mehr weiter", sagt mein therapeut und lacht in sich hinein.

Freitag, 15. Januar 2010

wort zum tag

"der schnee sieht aus wie stracciatella." - tnt bote am handy

Donnerstag, 14. Januar 2010

what happens to us as we read a novel?

orhan pamuk war heute an der uni. ich war da, und sein vortrag hat mich wirklich begeistert. einmal wollte ich einen dozenten haben, der einen fesselt, wenn er spricht: voilá! beantwortet hat er die frage oben in neun punkten:

one - we observe the story, motives, ideas, purposes

two - we transform words into images; words become a landscape
"we depart from words and dive into atmosphere - we as the reader complete the story by entering it's landscape through a windowframe. we slowly drown in a new world that reveals itself word by word, sentence by sentence. we start to walk among the shadows of mood beyond the words we're reading."

three - we wonder: what's real experience, what's fiction?
"here we have the logical paradox between the naive reader who loses himself in the text without ever questioning and his sentimental curiosity which longs to reflect about the authors techniques."

four - we ask: is reality like this? is this story conform with what we know?
"though we are in the novel, we compare our perceptions there to those from our real world."

five - we assess, take pleasure of the secret music of the prose

six - we make ethical judgments; first about the characters, then about the author
"proposal to the readers: during reading, ethics should come out of the novel, not out of ourselves."

seven - we develop our private relationship to the author
"you start to think: this novel was only written for me - which is not the case."

eight - our memory continues to try and keep every detail
"somebody said: a novel should only be so long you can read it in one city. i put it like this: a novel should only be so long that the reader can remember all details."

nine - we search for the secret center of the novel
"this is the most frequent action of mind while reading. we are convinced there is a central meaning behind, something that tells us about the secrets of life."

(quoted from orhan pamuk's lecture at the HUB 01-14-10)

Freitag, 8. Januar 2010

...

irgendwie hab ich außen das gefuehl ich werd alt, waehrend ich innen immer mehr zum kind werde. wo sind eigentlich die alle in meinem alter? arbeiten? oben in diesen verglasten buerogebaeuden drin? ich meine, irgendwer muss ja da drin sein.

unterdessen die worte zum noch jungen neuen jahr: kontrolle und abhaengigkeit.

und musik hat es auch. man muss ja weg und weiter, wenn die zeit stehenbleibt.

es soll schneestuerme geben, und in hamburg friert die alster zu. in muenster radeln sie weiter, als waere es sommer, nur nicht so warm. und in berlin haben sie die schnauze voll, weil die s-bahn nicht faehrt.

im radio bezeichnet der minister fuer entwicklungshilfe afrika als den vorgarten der deutschen wirtschaft. in der letzten legislaturperiode forderte er noch, man muesse das ministerium fuer enwicklungshilfe abschaffen, sieht darin aber keinen widerspruch zu seinem amt.

ich glaube, ich leih mir langlaeufer aus und renne eine bisschen durch den park.

Samstag, 26. Dezember 2009

freude!

heute kam mein geschenk mit der post, in graues packpapier gewickelt. es heißt aussoehnung mit dem inneren kind und wurde von chopich/paul geschrieben. die restlichen geschenke waren eigentlich nur beiwerk.

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